Sonntag 16. September 2012 22:41 Alter: 5 Jahr/e

Feierstunde zur Ausgabe der IB-Zeugnisse

Zum ersten Mal wurden an der Schillerschule Schülerinnen und Schüler entlassen, die neben dem Abitur im Rahmen des Diploma Programms des International Baccalaureate (IB) das volle IB-Diploma oder IB-Certificates erlangt haben.

Im Rahmen einer festlichen Feierstunde wurden im Beisein des Kultusministers des Landes Niedersachsen, Herrn Dr. B. Althusmann, der Unterstützer und Sponsoren von der Klosterkammer, vertreten durch Herrn Kammerdirektor Hesse, Herrn Bürgermeister Strauch sowie des Präsidenten der Leibniz Universität Hannover, Herrn Prof. Dr. Barke, die ersten an der Schillerschule erworbenen IB-Zeugnisse übergeben.

 

Die Prüfungen zum Diploma des IB (International Baccalaureate) an der Schillerschule sind ein Zusatzangebot, das in dieser Form für besonders interessierte und motivierte Schüler angeboten wird.

 

21 Schülerinnen und Schüler hatten sich für diesen Weg entschieden. 12 davon hatten sich entschlossen, das volle IB -  das IB Diploma – zu absolvieren. ALLE Schülerinnen und Schüler haben ihre Prüfungen –zusätzlich zum deutschen Abitur- bestanden. 9 Schülerinnen und Schüler legten IB-Teilprüfungen (Certificates) neben ihrem erfolgreichen deutschen Abitur ab. Prüfungssprache ist Englisch

 

Vorbereitet werden die Schülerinnen und Schüler auf diese in Niedersachsen bislang einzigartige Möglichkeit seit der 5. Klasse. Die Schillerschule hat eine Stundentafel, die einen Schwerpunkt auf die bilinguale Ausbildung legt. In der 5. Klasse erhalten die Schülerinnen und Schüler 6 Stunden Englisch die Woche und sie schnuppern bis zum Ende der Klasse 6 immer mal wieder in englischsprachigen Modulen in den bilingualen Unterricht hinein. So fängt es ganz sanft mit Sport auf Englisch an, Kunst und Musik schließen sich an. Ab Klasse 7 kann man dann bilingualen Unterricht in den Fächern Geschichte, Erdkunde, Biologie wählen. Einige Schülerinnen und Schüler, die z.B. den 10. Jahrgang teilweise im Ausland verbracht haben, steigen erst später erfolgreich in den bilingualen Unterricht ein.

 

Viele Schülerinnen und Schüler haben in diesem Jahr für das IB naturwissenschaftliche Kombinationen gewählt. Mathematik, Physik, Biologie, Chemie stehen auf dem internationalen Lehrplan, genauso wie Englisch, Deutsch, Französisch, Latein oder beispielsweise Erdkunde. Außerdem haben sie ein völlig neues Unterrichtsfach kennengelernt: ToK (TheoryofKnowledge), sowie 150 Sozialstunden abgeleistet.

 

Interessant ist es für die Schülerinnen und Schüler zu sehen, wie bestimmte Lerninhalte international gleich sind, mit anderen Inhalten wiederum unterschiedliche Akzente gesetzt werden.

Astrophysik, beispielsweise, steht auf dem internationalen Lehrplan, nicht aber auf dem niedersächsischen. Allen interessierten Schülerinnen und Schülern der Schillerschule steht es frei, einen solchen Kurs zu wählen - auch wenn sie nicht am IB teilnehmen. So profitieren alle – direkt oder indirekt- vom IB.

 

Unterstützt wird dieses Programm von der Stiftung Zukunfts-und Innovationsfonds Niedersachsen im Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr,  von der Klosterkammer Hannover und nicht zuletzt auch vom Kultusministerium, das dafür eine Lehrersstelle zur Verfügung stellt. Die Schillerschule hat außerdem einen Förderverein gegründet, den VIBS, der sich zur Aufgabe gesetzt hat, dafür Sorge zu tragen, dass  jede Schülerin oder jeder Schüler, der das IB zusätzlich zum Abitur ablegen möchte, das auch tun kann.

Die Förderer tragen im Augenblick noch die Kosten, die an die IBO, die internationale Organisation, die das IB weltweit organisiert, jährlich gezahlt werden müssen, sowie die Fortbildungskosten für die Lehrerinnen und Lehrer, die sich zusätzlich qualifizieren müssen.

 

Die Schülerinnen und Schüler müssen lediglich die Prüfungsgebühren bezahlen. Diese liegen im Augenblick bei ca. 530€ für die volle Prüfung. Dieses ist ein Bruchteil dessen, was an privaten Schulen für das IB Diploma Programme bezahlt werden müsste, bei dem sich die Kosten in der Regel im fünfstelligen Bereich befinden.

 

Natürlich sucht die Schillerschule weiterhin nach Förderern, die das Programm unterstützen, damit diejenigen, die zusätzliche Qualifikationen erlangen wollen, dieses auch –unabhängig von ihrer finanziellen Situation – tun können.

 

Bernd Flügge