Kleefeld - die Heimat der Schillerschule ab 1960

Kleefeld war ursprünglich ein Feuchtgebiet ohne große wirtschaftliche Bedeutung. Der Streit um Weiderechte zwischen der Residenzstadt Hannover, dem zum Amt Coldingen gehörenden Kirchrode und dem zum Amt Langenhagen gehörenden Groß-Buchholz wurde 1776 durch die Aufteilung unter den weideberechtigten Gemeinden beigelegt. Hannover erhielt 604 Morgen und legte, um eine gute Nutzung des weit von der damaligen Stadtgrenze am Aegidientor entfernten Gebietes zu sichern, drei große Meierhöfe an, darunter auf dem Gelände unserer Schule den Hof Lutz, wie die Kurhannoversche Landesaufnahme von 1781 zeigt.

Am 1. Oktober 1855, die Bauernbefreiung und die Agrarreformen im Königreich Hannover hatten die Bauern gerade erst zu Besitzern ihrer Ländereien gemacht, verkaufte der damalige Besitzer den Hof für die ansehnliche Summe von 34000 Talern in Gold an die Stadt Hannover. Diese übertrug eine ihr in der Calenberger Ritterschaft zustehende Stimme auf den Hof, der so zum Rittergut Kleefeld wurde.

Der Kartenausschnitt aus der Zeit um 1900 zeigt die Bebauung Kleefelds, die in der Bildmitte verlaufende Bahnlinie Hannover - Lehrte und das südlich der Bahnlinie liegende Gut mit den dazu gehörenden Spargelfelder deutlich.
Luftbild der Gartenstadt Kleefeld vom 15.6.1933 mit Blick nach Süden. Im Vordergrund die Bahnlinie Hannover - Lehrte, am linken mittleren Bildrand das Ebellsche Rittergut auf dem späteren Gelände der Schillerschule
Ebellsche Spargelplantage auf dem Rittergut Kleefeld (Briefkopf)

Das Gut wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts an Hugo Ebell verpachtet. Der aufwändige Briefkopf der Spargel-Plantage H. Ebell zeigt die auf dem Gelände unserer Schule stehenden Gebäude des Rittergutes. Am linken Bildrand fährt ein Zug mit Dampflokomotive auf der einspurigen und bis 1912 ebenerdigen Bahnstrecke Hannover – Lehrte. Der Feldweg vor dem Gut, in etwa die heutige Ebellstraße, überquerte im Bereich der heutigen Unterführung als Hauptzufahrt zum Gut die Bahngleise in Richtung der Straße Hannover Misburg, der heutigen Berckhusenstraße. Die Gebäude links im Bild lagen im Bereich des Fachraumtraktes A und des Klassentraktes B der Schillerschule, die Gebäude rechts im Bereich von Aula und D-Trakt. Das kleine Wäldchen zwischen unserem großen Hof Süd und dem neuen Mensagebäude ist auf dem Bild als Teil des gutseigenen Parks rechts der Nebengebäude zu sehen. Das prächtige Wohnhaus des Besitzers, das „Herrenhaus“, besaß 1,20 m dicke Grundmauern und eine doppelte Freitreppe. Es befand sich zwischen unserem Innenhof und den Sporthallen im Bereich des Hofes Nord.

Angebaut wurden auf einer größeren Fläche Spargel (450 Morgen), Bohnen, Erdbeeren (50 Morgen), Rhabarber (40 Morgen) sowie Maiglöckchenkeime (30 Morgen). Letztere wurden teilweise nach Amerika ausgeführt. Der Spargel, insbesondere der aus den Laher Plantagen, wurde mehrfach auf Ausstellungen prämiiert (Goldene Medaille). Die Erzeugnisse des Gutes wurden im Allgemeinen direkt an den Handel abgegeben. War jedoch durch günstiges Wetter die Spargel- und Erdbeerernte besonders groß, wurden diese beiden Produkte auch an die Konservenfabrik Hannover-Kirchrode abgegeben. Bearbeitet wurden die Flächen von so genannten Fremdarbeitern, hauptsächlich Polen und Galiziern. Auch russische Kriegsgefangene waren auf dem Rittergut Ebell im Kriegsjahr 1915 tätig.

In der Zeit der Weltwirtschaftskrise und im Zweiten Weltkrieg jedoch verfielen die Gebäude zunehmend. Durch die umfangreichen Wohnungsbauprogramme in der Zeit der Weimarer Republik erstreckte sich die Bebauung in Kleefeld in Form der Gartenstadt entlang der Senator-Bauer-Straße bis an die Ebellstraße. Die ehemaligen Ländereien nördlich der Bahnlinie waren durch Wohnungsbaugenossenschaften vollständig bebaut. Da es kein anderes Gymnasium im Osten Hannovers gab, teilte die Stadt die restlichen Ländereien des Gutes auf und errichtete auf dem ehemaligen Hofgelände Ende der 50er Jahre die Schillerschule.

Am Neubau waren überwiegend hannoversche Firmen beteiligt
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