Der Aufbruch ins neue Jahrtausend

Dr. Wolfgang Fregien, Schulleiter von 1987 bis 2000. Das Stehpult zeigt das erste Logo der Schillerschule, den „Schillerapfel“

Nach der Pensionierung von Herrn Teille übernahm sein Stellvertreter Dr. Hans-Werner Klanke für ein halbes Jahr kommissarisch die Schulleitung. Im Dezember 1987 begann die Ära von Dr. Fregien, der völlig andere Probleme bewältigen musste als seine Vorgänger. Die geburtenschwachen Jahrgänge in den späten 70ern und frühen 80ern sowie die Einführung der Orientierungsstufe für 5. und 6. Klassen ab 1978/9 führten 1990/91 zu einem Tiefpunkt der Schülerzahl von nur 502. Und 1997 gab es einen Jahrgang mit nur 38 Abiturienten, was es schwierig machte, ein attraktives Kursangebot zu bieten. Die Lösung lautete: Die Schillerschule musste attraktiver werden!

Die stundenweise Abordnung von Lehrern an die Orientierungsstufen Anderten, Bemerode und insbesondere Nackenberg - Ende der 90er war ein Drittel des Kollegiums mit einem Teil der Stundenzahl abgeordnet - brachte für die Lehrkräfte erhebliche Belastungen durch Fahrwege und zusätzliche Konferenzen. Andererseits wurde dadurch, dass die Schülerinnen und Schüler einen Teil ihrer Schillerschullehrkräfte schon kennen gelernt hatten, ihr Wechsel von der Orientierungsstufe zur Schillerschule erleichtert.

Die Schillerschule war eine der ersten Schulen, die ab 1990 von der Möglichkeit Gebrauch machte, nur noch jeden zweiten Samstag Unterricht zu erteilen. Nachdem dieses von Schülern, Eltern und Lehrern begeistert angenommen worden war, zogen die meisten Gymnasien in Hannover nach. Nach Kürzung des Unterrichts in der Mittelstufe um 2 Wochenstunden war ab 1995/96 dann jeder Samstag frei.

Das Kollegium der Schillerschule im August 1979
Anzeigentafel der ersten Solaranlage in der Pausenhalle

Durch die Arbeitsgemeinschaft „Energie- und Verkehrszentrum“ unter der Leitung von Dr. Reinhard Wiedemann wurden Maßnahmen zur Energieeinsparung und Minderung der CO2-Emissionen der Schule umgesetzt. Der Schulträger, die Stadt Hannover, hat die damit verbundenen Einsparungen seit 1996 durch zusätzliche Gelder honoriert, Gelder, die für dringend benötigte Anschaffungen genutzt werden konnten und können.

Seit 1997 können Schillerschülerinnen und -schüler der 7. Klassen wählen, ob sie in den Fächern Geschichte, Erdkunde, Biologie und Sport in englischer Sprache unterrichtet werden möchten. Der so genannte bilinguale Sachfachunterricht wird als mögliches mündliches Prüfungsfach bis zum Abitur geführt. Teilnahme und englischsprachige Prüfung im bilingualen Sachfach werden ergänzend zum Abiturzeugnis zertifiziert. Längere Auslandsaufenthalte mit Schulbesuch wurden und werden von unseren Lehrkräften gefördert, durch Beratungen unterstützt und durch Gutachten ermöglicht. Seit den 90er Jahren gibt es für Mittelstufenschüler eine Informationsveranstaltung für ein Schuljahr im Ausland, bei der unter anderem Schüler mit Auslandserfahrung Tipps an Interessierte weitergeben. Während heutzutage niedersachsenweit etwa 2,3% aller Schüler eines Jahrganges in einem Teil ihrer Schulzeit eine Schule im Ausland besuchen, liegt der Anteil unter Schillerschülerinnen und -schülern nicht zuletzt dank dieser Förderung bei 30 bis 40%.

Die Zahl von Klassenfahrten und Exkursionen wurde in dieser Zeit erhöht. Beispielsweise finden seit 1995 unter der Leitung des katholischen Religionslehrers Christoph Vogel  jährlich abwechselnd in einem Frauen- bzw. Männerkloster des Benediktinerordens für interessierte Schülerinnen und Schüler der Oberstufe Tage religiöser Orientierung statt („Kloster auf Zeit – Zeit im Kloster“). Ziel ist es, in fünf Tagen das Klosterleben intensiv kennen zu lernen, gemäß dem Wahlspruch „ora et labora“ („bete und arbeite“).

1998 wurden der Werkraum zur Schülerbücherei umgestaltet und ein Unterrichtsraum zur Cafeteria umgebaut. Einkauf und Verkauf in den großen Pausen wurden zunächst von einer Schülerarbeitsgemeinschaft unter der Leitung der Kollegen Colette Meine und Volker Grefe, dann von einem Elternteam unter Leitung von Herrn Martinsen durchgeführt. In den Pausen helfen die Schüler der Cafeteria-AG.

Eine 1999 von der Kollegin Beatrix Rotter-Grunwald eingerichtete „Service-Station für Schülerinnen“ entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einer Krankenstation für alle Schülerinnen und Schüler und zu einer Schul-Sanitäts-AG.

Das Kollegium der Schillerschule Hannover im August 1986

Im Januar 2000 wurde Dr. Fregien mit einer offiziellen Feier in der Aula und einem ergreifenden Fest in der Pausenhalle verabschiedet. Seinem vorausschauenden Einsatz ist es zu verdanken, dass er dabei seine Nachfolgerin, Frau Espel, vorstellen konnte und die Position des Schulleiters nicht wie üblich eine Zeit lang vakant blieb.

Der Schillerchor, hier bei einer Aufführung 2011
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