Darstellendes Spiel

Seit 1998 gibt es das Darstellendes Spiel als Schulfach in Niedersachsen.

In der Schule darf gespielt werden!

Das Fach Darstellendes Spiel bietet den Schülern ein Forum, in dem sie lernen können, selbstbewusst und frei aufzutreten. Viele müssen zunächst Hemmungen überwinden, wenn sie auf der Bühne stehen, doch gerade das schult die Selbstkompetenz und fördert die Selbstsicherheit und damit nicht zuletzt das Selbstbewusstsein. Beim Spiel und der anschließenden Reflektion wird die kritische Selbstwahrnehmung und das konstruktive Beurteilen anderer geübt. Das emotionale Lernen steht als Ergänzung zum kognitiven Lernen im Vordergrund. Durch die neu erlernten oder auch die Vertiefung bereits bekannter Techniken arbeitet das Darstellende Spiel anderen Fächern methodisch zu. Die Schüler müssen  intensiv und selbständig in kleinen Gruppen  zusammenarbeiten. Wie wichtig die Schulung von Teamfähigkeit, Kreativität und Selbständigkeit ist, wurde bereits in vielen Analysen der Wissenschaft und künftigen Arbeitgeber betont.

 

Darstellendes Spiel an der Schillerschule

Das Unterrichtsfach Darstellendes Spiel gibt es in unserer Schule seit 2001. Es werden Grundkurse in den Jahrgängen 10, 11 und 12 angeboten. Darstellendes Spiel steht zur Wahl neben Kunst und Musik bei der Belegungsverpflichtung im musischen Fächerbereich. Für den Kursbesuch im Jahrgang 11 und 12 ist die Teilnahme ab Jahrgang 10 Voraussetzung. In der Mittelstufe werden Theatertechniken durch die Arbeit in der Theater-AG und durch den PU - Unterricht erlernt, was sich deutlich positiv für die anschließende Arbeit in der Oberstufe auswirkt.

Wie auch in anderen Fächern werden Klausuren geschrieben. Diese können einen interpretierenden oder einen spielpraktischen Anteil haben.

Uns steht die Bühne in der Aula mit einer sehr guten Tontechnik und einer noch zu verbessernden Lichtanlage zu Verfügung. Da die Aula aber auch von vielen anderen Gruppen in der Schule genutzt werden muss und die Kurse oft parallel laufen, sind wir häufiger gezwungen, auch normale Klassenräume zu nutzen, was keine optimale Bedingung für uns darstellt und uns in der Durchführung des Unterrichtes beeinträchtigt. Deswegen drängt die Fachgruppe auch auf einen eigenen Fachraum.

Wir schätzen die gute Zusammenarbeit mit den anderen Fächern, besonders mit den KollegInnen aus der Musik und der Kunst, und natürlich mit der Tontechnik-AG!

 

Was macht man im Darstellenden Spiel und welche Voraussetzungen muss man mitbringen?

Für die Arbeit auf der Bühne muss man zunächst keine weiteren Voraussetzungen mitbringen,  doch es muss ein Interesse vorhanden sein, gemeinsam und selbständig an einem oder mehreren Projekt(en) zu arbeiten. Alle Teilnehmer müssen sich dabei auf den kreativen Prozess einlassen und sich engagieren, um etwas sehenswertes auf der Bühne präsentieren zu können. In diesem Fach ist die Arbeitshaltung genauso wichtig wie in anderen Fächern auch. Hausaufgaben, Mappenführungen, Klausuren sind ein fester Bestandteil. Das oben bereits erwähnte Engagement, auch über die Unterrichtszeit hinaus, ist ein Muss für eine erfolgreiche Theaterarbeit.

In einer Vorstufe erproben wir Körper, Stimme, Atem, Gestik und Mimik. Wir üben den Auftritt, die Bewegung im Raum, das Spiel auf der Bühne in einer Gruppe. Wie spiele ich mit einem Requisit? Was für eine Haltung habe ich? Wie wirkt das? Wie kann ich meinen Ausdruck verändern? Wie hört sich meine Stimme an? Wie kann sie ich sie stärken?  Das sind Beispiele für Themen, denen wir uns in Kurzprojekten nähern.

Auch Tanz, Musik, Gesang, Pantomime, Maskenspiel, Schattentheater können je nach Größe der Gruppe Teil dieser Unterrichtssequenz sein. Außerdem werden natürlich Rollenbiografien erstellt, Texte und Regieanweisungen geschrieben, überarbeitet, verfremdet und inszeniert. 

Das geschieht im ersten Jahr in Kurzprojekten mit immer wiederkehrender Reflexion über den Prozess und die Präsentation.

Im zweiten Jahr ist vorgesehen, ein längeres Stück zu inszenieren und zum Abschluss des zweiten Halbjahres zu präsentieren. Aufgrund der Stundenkürzungen konnte dieses nicht mehr im gewohnten Umfang durchgeführt werden. Gerne erproben und präsentieren wir uns hier auch auf einer außerschulischen Bühne, wie z.B. in den vergangenen Jahren beim Theaterfestival des Klecks-Theaters.

Für die Fortgeschritten gibt es im letzten Schuljahr die Möglichkeit, die Improvisation zu vertiefen. Da die Belegungspflicht oft abgegolten ist, findet sich hier meist eine Gruppe sehr motivierter Theaterspieler, die sich mit  viel Engagement ausprobieren. Ein Besuch des Theatersports in der Landesbühne, eine Theatersportaufführung in Kooperation mit einer anderen Schule,  ein Workshop mit Marc Beinsen von den Improkokken waren bisher Bestandteil dieses intensiven abschließenden Abschnitts.

Wir haben uns in den letzten Jahren sehr über das rege Interesse an unserem Fach gefreut, stellen aber auch fest, dass eine Schüleranzahl über 25 die Durchführung des Unterrichts stark beeinträchtigt.