Klosterfahrt 3.-7. Juli 2000

Die 13 Schüler der Schillerschule

Beispielhaft seien die Eindrücke von Maren Schwämmle (Jg. 11) wiedergegeben, die sie am Ende der Fahrt am 6. Juli 2000 formulierte:

„Der Zeit im Kloster habe ich anfangs mit gemischten Gefühlen entgegengesehen. Einerseits war ich neugierig und gespannt auf die Zeit in Herstelle: wie es ist, in einem Kloster zu leben, ob es für mich persönlich auch etwas bringen wird und ob mir auf der Suche nach Gott durch die Nonnen geholfen würde. Andererseits hatte ich ein bischen `Bammel´ vor der Gruppe der Mitfahrenden, da ich viele nur vom Sehen – die Schüler der Herschelschule gar nicht – kannte. Mir war es auch wichtig, mich mit meiner Gruppe gut zu verstehen und nicht alleine zu sein. (Fast) alle Aspekte sind mir (rückblickend) zufriedenstellend erfüllt worden. Der erste Gottesdienst hatte mich ehrlich gesagt etwas erschreckt und eher im negativen überrascht. Die Schola kam mir durch den Lautsprecher sehr schrill, krächsend und blechern, metallisch vor. Solche Gesänge war ich überhaupt nicht gewöhnt. Doch jetzt, fast am Ende, kann ich sagen, dass es sehr schnell für mich ging, mich an die hohen Psalmengesänge zu gewöhnen. Sie klingen nun normal und schon fast angenehm im Ohr; wie ich mich kenne, werde ich sie noch länger abends vor dem Schlafengehen im Ohr haben, so wie ich das Schwanken des Segelschiffes nach unserer Segeltour im Körper hatte, als ich wieder auf festem Boden stand. Einen bleibenden Eindruck werden die Gespräche mit den Nonnen und dem Priester bei mir hinterlassen. Gleich am ersten Tag habe ich die Aura gespürt und gesehen, die die Nonnen und den Priester umgeben. Die Augen strahlten eine solche Freude, Glücklichkeit, Ruhe und tiefe innere Zufriedenheit aus, wie ich es noch nie erlebt habe. Ich glaube, das war einer der Punkte gewesen, der mich einfach `umgehauen´ hat. Besonders der 90jährige Priester hat mich sehr beeindruckt, denn ich glaube, diese Vitalität und das geistige Dasein können nicht nur etwas mit Glück zu tun haben. Da muss noch etwas`Höheres´ im Spiel sein. Etwas gestört haben mich die 6maligen Gebete pro Tag schon, muss ich gestehen, drei hätten mir genügt. Auch habe ich erwartet, dass ich tagsüber mehr mit den Nonnen zu tun habe, sie bei der Arbeit etwas zu sehen oder ihnen bei Sachen helfe. Doch sie sind meistens in ihrer Klausur geblieben, was auch verständlich ist. Genossen habe ich die Gartenarbeit, die mir bei der nicht so vielen Bewegung gut tat. Durch die vielen Gespräche mit den Nonnen / dem Priester habe ich auch viel über den heiligen Benedikt, seine Regeln und diese Abtei gelernt. Mir fällt es etwas schwer zu verstehen, wie diese Frauen es aushalten, ihr Leben lang in einem Kloster zu bleiben, wie Benedikt es vorschreibt. Mir würde sehr schnell die Luft zum Atmen ausgehen – ich würde ersticken. Für meine `Entfaltung´ brauche ich sehr viel Platz. Das beste Resultat habe ich für mich selber gezogen. Die Zeit hier hat mir geholfen (vielleicht durch das viele zur-Kirche-gehen oder das Beschäftigen-mit-den-Psalmtexten), den Weg auf der Suche nach Gott im größeren Maße wieder zu festigen, zu erweitern und mich ihm näher zu bringen!“

Teilnehmer:

Nuriye Alken, Torsten Graf, Christoph Heublein, Katrin Kamphues, Sylwia Krol, Angelika Kwasniok, Anastasia Lange, Anika Ledwoch, Lukas Martyniak, Lena Memming, Michael Mühlhaus, Maren Schwämmle und Birthe Zenker und 5 von der Herschelschule.