Kompetenzen

Die Schülerinnen und Schüler eignen sich gemäß den Vorgaben des Landes Niedersachsen im katholischen Religionsunterricht Wissen, Fähigkeiten, Einstellungen und Haltungen an, die für einen verantwortlichen Umgang mit dem christlichen Glauben, mit anderen Religionen und Weltanschauungen und mit der eigenen Religiosität notwendig sind. Dieser selbst-, kommunikations-, sozial-, interkulturell- und lernkompetenzorientierte Religionsunterricht umfasst, unterstützt von der Methoden- und Medienkompetenz, auch die religiöse, ethische und theologische Kompetenz. Besonderen Wert wird auf die prozess- und inhaltsbezogenen Kompetenzen gelegt:

 Prozessbezogene Kompetenzen

  • Wahrnehmungs- und Darstellungskompetenz – religiös bedeutsame Phänomene wahrnehmen und beschreiben:

– Situationen erfassen, in denen letzte Fragen nach Grund, Sinn, Ziel und Verantwortung des Lebens aufbrechen

– religiöse Spuren und Dimensionen in der Lebenswelt aufdecken

– religiöse Ausdrucksformen (Symbole, Riten, Mythen, Räume, Zeiten) wahrnehmen und in verschiedenen Kontexten wieder erkennen und einordnen

– ethische Herausforderungen in der individuellen Lebensgeschichte sowie in unterschiedlichen gesellschaftlichen Handlungsfeldern wie Kultur, Wissenschaft, Politik und Wirtschaft als religiös bedeutsame Entscheidungssituationen erkennen.

  • Deutungskompetenz – religiös bedeutsame Sprache und Zeugnisse verstehen und deuten:

– in Lebenszeugnissen und ästhetischen Ausdrucksformen (Literatur, Bildern, Musik, Werbung, Filmen) Antwortversuche auf menschliche Grundfragen entdecken und fachsprachlich korrekt darstellen

– religiöse Sprachformen analysieren und als Ausdruck existentieller Erfahrungen deuten

– biblische, lehramtliche, theologische und andere Zeugnisse christlichen Glaubens methodisch angemessen erschließen

–  Glaubensaussagen in Beziehung zum eigenen Leben und zur gesellschaftlichen Wirklichkeit setzen und ihre Bedeutung aufweisen.

  • Urteilskompetenz – in religiösen und ethischen Fragen begründet urteilen:

– Sach- und Werturteile unterscheiden

– Ansätze und Formen theologischer Argumentation vergleichen und bewerten

– Modelle ethischer Urteilsbildung kritisch beurteilen und beispielhaft anwenden

– Antinomien sittlichen Handelns wahrnehmen, im Kontext ihrer eigenen Biografie reflektieren und in Beziehung zu kirchlichem Glauben und Leben setzen

– Gemeinsamkeiten von Konfessionen und Religionen sowie deren Unterschiede darstellen und aus der Perspektive des katholischen Glaubens bewerten

– im Kontext der Pluralität einen eigenen Standpunkt zu religiösen und ethischen Fragen einnehmen und argumentativ vertreten.

  • Dialogkompetenz – am religiösen Dialog argumentierend teilnehmen:

– die Perspektive eines anderen einnehmen und dadurch die eigene Perspektive erweitern

– Gemeinsamkeiten und Unterschiede von religiösen und weltanschaulichen Überzeugungen benennen und im Dialog argumentativ verwenden

– sich aus der Perspektive des katholischen Glaubens mit anderen religiösen und weltanschaulichen Überzeugungen argumentativ auseinandersetzen

– Kriterien für einen konstruktiven Dialog entwickeln und in dialogischen Situationen berücksichtigen

  • Gestaltungskompetenz – religiös bedeutsame Ausdrucks- und Gestaltungsformen reflektiert verwenden:

– typische Sprachformen der Bibel theologisch reflektiert transformieren

– Aspekten des christlichen Glaubens in textbezogenen Formen kreativ Ausdruck verleihen

– die Präsentation des eigenen Standpunkts und anderer Positionen medial und adressatenbezogen aufbereiten

– im Gespräch Beiträge anderer aufgreifen, den jeweiligen Gedankengang sachgemäß in theologischer Fachsprache entwickeln und angemessen darstellen

– über Fragen nach Sinn und Transzendenz angemessen sprechen.

Inhaltsbezogene Kompetenzen

Der Leitthemenplan für die Schuljahrgänge 5 bis 10 lautet:

Schul-jahrgang

Anthropologie (Mensch)

Christologie (Jesus Christus)

Theologie (Gott)

Ekklesiologie (Kirche)

Ethik (Moral)

Religionen im Dialog

5

Zeit der Freude

Jesus Christus

Gottes-beziehung

 

 

 

6

 

 

 

Kirche(n)

gut und böse

Islam

7

 

Evangelium

Wege des Glaubens

 

Verant-wortung

 

8

 

Leben

 

 

Diakonie

 

Judentum

9

 

Zeichen der Hoffnung

Gott und Mensch

Kirche und Gesellschaft

 

 

10

Identität

 

 

 

Gewissen

Religion(en)

 

Die Kompetenzbereiche für die Kurshalbjahre 11/1 – 12/2 lauten:

  • Gott 
  • Jesus
  • Kirche
  • Ethik.

Mensch und Zukunft als zwei weitere wichtige Dimensionen tauchen in allen vier Halbjahren auf.

Vgl. Kirchliche Richtlinien zu Bildungsstandards für den katholischen Religionsunterricht in den Jahrgangsstufen 5 – 10 / Sekundarstufe I (Mittlerer Schulabschluss) (2004); EPA Kath. Religionslehre in der von Kirche und Staat genehmigten Fassung (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 1.12.1989 i. d. F. vom 16.11.2006); Kerncurriculum für das Gymnasium Schuljahrgänge 5 – 10 Katholische Religion Niedersachsen (2009); Kerncurriculum für das Gymnasium – gymnasiale Oberstufe Katholische Religion Niedersachsen (2011).