Informationen zur Sekundarstufe II

Der evangelische Religionsunterricht in der Qualifikationsstufe

Zur Zeit wird der evangelische Religionsunterricht an der Schillerschule auf grundlegendem Anforderungsniveau als

  • vierstündiges Prüfungsfach sowie
  • zweistündiges Ergänzungsfach

angeboten.

Auf grundlegendem Anforderungsniveau intendiert der Unterricht die Vermittlung einer wissenschaftspropädeutisch orientierten Grundbildung.

Für das vierstündige Prüfungsfach sind alle prozess- und inhaltsbezogenen Kompetenzen verbindlich. Für die schriftliche Abiturprüfung legt die Zentralabiturkommission eine bestimmte Anzahl der inhaltsbezogenen Kompetenzen fest, die vertiefend zu fördern sind.

Für das zweistündige Ergänzungsfach sind ebenfalls alle prozessbezogenen Kompetenzen, aber nur 17 der insgesamt 34 inhaltsbezogenen Kompetenzen verbindlich; acht sind davon verbindlich gesetzt; über die weiteren neun inhaltsbezogenen Kompetenzen entscheidet die Fachkonferenz.

Religion und Bildung

Leitziel des evangelischen Religionsunterrichts in der Oberstufe ist eine differenzierte religiöse Bildung.

Diese eröffnet einen eigenen Horizont des Weltverstehens, der für die Identitätsbildung und für die Verständigung über gesellschaftliche Zusammenhänge unverzichtbar ist.

Für einen sachgemäßen Umgang mit der eigenen Religiosität, mit dem christlichen Glauben und mit anderen Religionen und Weltanschauungen erlernen die Schülerinnen und Schüler entsprechendes Wissen, sowie die dafür notwendigen Fähigkeiten, Einstellungen und Haltungen.

Der Beitrag des Religionsunterrichts zur allgemeinen Studierfähigkeit

Auch im Zusammenhang mit dem Ziel der allgemeinen Studierfähigkeit ist die Auseinandersetzung mit religiösen Äußerungen textgebundener und nicht-textgebundener Art sowie unterschiedlichen Wahrheitsansprüchen kennzeichnend für den Religionsunterricht. Deshalb stehen im Zentrum des Religionsunterrichts in der Oberstufe der angemessene, methodisch gesicherte Umgang mit Texten, aber auch deren Produktion sowie die sachgemäße Deutung von religiöser Sprache in Kunst, Architektur, Musik, Medien u.a.m..

Damit schärft Religionsunterricht die Fähigkeiten zu rationalem Argumentieren und Begründen, zur präzisen Analyse von Lebenskonzepten, Menschen- und Weltbildern sowie zur kritischen Prüfung von Selbst- und Weltauslegung.

Der wissenschaftspropädeutische Beitrag des Religionsunterrichts

Der evangelische Religionsunterricht greift dabei nicht nur auf theologische Überlegungen, sondern auch auf Erkenntnisse aus anderen Wissenschaftsdisziplinen wie z. B. Naturwissenschaften, Psychologie, Philosophie, Sozialwissenschaften, Religionswissenschaft zurück, die zur komplexen Erschließung seiner Gegenstände und Themen beitragen können.

Durch die Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Erkenntnissen werden auch in Bezug auf Glaubens-, Sinn- und Wertfragen wissenschaftliche Distanz und Reflexivität eingeübt. Dabei wird aber auch deutlich, dass Religion und Ethik keine vermittelbaren Fertigkeiten sind, vielmehr stellen sie vor Fragen, bei denen es um das gesamte menschliche Dasein geht.

Dies wird im evangelischen Religionsunterricht u.a. durch folgende Lernprozesse gefördert:

  • Das Phänomen Religion wird in seinen vielfältigen Erscheinungsformen und Facetten thematisiert.
  • Schülerinnen und Schüler gewinnen im Dialog von biblisch-christlichen Auffassungen mit den pluralen religiösen Lebensentwürfen und Weltdeutungen Perspektiven für ihr eigenes Leben und die Orientierung in der Welt.
  • Über die Frage nach Gott wird nachgedacht und deren Bedeutung für die Bedeutung des menschlichen Lebens ausgelotet. Dabei werden Grundstrukturen des christlichen Menschen- und Weltverständnisses aufgezeichnet.
  • Schülerinnen und Schüler setzen sich mit religiös-ethischen Herausforderungen in unterschiedlichen gesellschaftlichen Handlungsfeldern wie Kultur, Wissenschaft, Politik und Wirtschaft auseinander und lernen die Option eines freien und verantwortlichen Handelns im Alltag der Welt kennen.

Konfessionelle Kooperation an der Schillerschule / außerschulische Lernorte

An der Schillerschule gibt es in der Sek. II folgende konfessionelle Kooperation an außerschulischen Lernorten:

  • Klosterfahrt (11./12. Jg.). (Nähere Informationen hierzu finden Sie unter "Kloster auf Zeit" bei "Katholische Religion")

Allgemeine Bemerkungen zu den Kompetenzen im evangelischen Religionsunterricht

Das Kerncurriculum für die Qualifikationsphase setzt die Kompetenzorientierung des Kerncurriculums für den Sekundarbereich I fort. Die prozessbezogenen Kompetenzen greifen die der Schuljahrgänge 5-10 des Gymnasiums auf einem höheren Abstraktionsniveau auf. Die inhaltsbezogenen Kompetenzen sind wie im Kerncurriculum des Sekundarbereichs I in sechs Kompetenzbereiche (Mensch, Gott, Jesus Christus, Ethik, Kirche und Kirchen, Religionen) gegliedert. Zwischenüberschriften strukturieren jeden inhaltsbezogenen Kompetenzbereich in zwei bis drei didaktisch ausgerichtete thematische Aspekte.

Diesen sind jeweils exemplarisch ausgewählte „Biblischen Basistexte“ sowie die „Verbindlichen Grundbegriffe“ zugeordnet.

Quelle: Kerncurriculum Sek II (auszugsweise Übernahme; sprachlich z.T. den Erfordernissen angepasst); vgl.: KC Evangelische Religion, Sek. II (pdf-Dokument) auf dem niedersächsischen Bildungsserver www.nibis.de.

Mitarbeit im Unterricht

Mündliche und sonstige Leistungen gehen zu 60%, schriftliche Leistungen zu 40% in die Gesamtnote ein.

Hinsichtlich der schriftlichen Arbeiten gelten für Ev. Religion als Prüfungs- bzw. Ergänzungsfach die allgemeinen Bestimmungen.

Dokumente