Sozialpraktikum

Dass in der Schillerschule in den 10. Klassen ein 14-tägiges Betriebspraktikum durchgeführt wird, das der Berufserkundung dient, ist den meisten Schülerinnen und Schülern bekannt. Im Schuljahr 2001/2002 ist erstmals ein Sozialpraktikum (SOP) dazugekommen.

Die 9A war die Versuchsklasse, die im Zeitraum vom 4.2. bis 8.2. 2002 ein solches Praktikum in sozialen Einrichtungen abgeleistet hat; von den gesammelten Erfahrungen sollte es abhängen, ob nach diesem Test alle 9. Klassen ein SOP absolvieren. Warum führen Schulen ein SOP durch? Es geht dabei nicht in erster Linie um die Vorbereitung auf einen bestimmten Beruf, sondern die Schülerinnen und Schüler sollen sich mit anderen Menschen - mit Kindern, Kranken, Hilfsbedürftigen, Randgruppen der Gesellschaft – beschäftigen, mit denen sie normalerweise nicht so sehr in Kontakt kommen. Die Auseinandersetzung mit Menschen in anderen Lebenssituationen ist Hauptziel dieses Praktikums. Gerade in der heutigen Zeit, in der Isolation Einzelner, Egoismus und Gewalt zunehmen, erscheint eine solche Auseinandersetzung wichtig.

Ein SOP ermöglicht dabei unter anderem mehr Lebenserfahrung, Einblick in die soziale Realität anderer Menschen, die Schülerinnen und Schüler sollen die Bedeutung sozialer Einrichtungen (z.B. Kindergärten, Altenheime) kennen lernen und sich durch dort ausgeübte Tätigkeiten mit ihren eigenen Fähigkeiten auseinander setzen. Außerdem ist es eine Herausforderung, sich als Neuntklässler in einer fremden Umgebung zurechtzufinden, und wer sie besteht, kann mit  Recht stolz auf sich sein. Da sich jede Schülerin und jeder Schüler selbst einen Praktikumsplatz suchen soll, lernen sie außerdem nützliche Dinge wie Bewerbungsschreiben zu verfassen und ein Vorstellungsgespräch zu führen. Natürlich wurde die 9A dabei nicht allein gelassen, sondern bei den Vorbereitungen auf das SOP unterstützt. Beispielsweise wurde mit der Klasse das BIZ besucht, wo sie sich über soziale Berufe informiert hat, und ein mehrstündiges Bewerbertraining wurde von einem Mitarbeiter der BARMER durchgeführt.

Damit die Suche nach einem Praktikumsplatz nicht zu mühselig wurde, hatte jede Schülerin und jeder Schüler eine Liste mit sozialen Institutionen in der näheren Umgebung der Schillerschule erhalten, man konnte sich aber auch selbständig einen Platz suchen. Während des SOPs wurde jede Schülerin und jeder Schüler von einer Lehrkraft am Praktikumsplatz besucht.